Pommern

Kreideküste im Nationalpark Jasmund auf Rügen im Juni mit Buchenwald und glitzernder Ostsee.

Pommern ist für mich keine Landschaft, in die ich fahre. Es ist die Landschaft, aus der ich komme.

Auf Rügen geboren und aufgewachsen, begann Pommern für mich unmittelbar vor der Haustür. Mit den Jahren ist meine eigene Landkarte größer geworden – über die Insel und das vorpommersche Festland hinaus, über Stettin und die Oder bis weit ins heutige Polen, bis nach Lauenburg, wo meine Großmutter herkam. Die Grenze zwischen Vorpommern und Hinterpommern habe ich darauf nie gezogen.

Sein historisches Herz liegt für mich in Stettin. Auf dem Friedhof in Groß Zicker erzählte mir ein alter Mann, wie sie als junge Bengels zur Landwirtschaftsschule nach Stettin fuhren – mit dem Schiff, das täglich verkehrte. Er sprach davon wie von einer Nachbarstadt. Heute erscheint Stettin von Rügen aus vielen weit entfernt.

Vielleicht interessiert mich deshalb, was von diesen alten Verbindungen noch zu erkennen ist. Je weiter ich fahre, desto größer wird dieses Pommern für mich – und desto mehr habe ich das Gefühl, erst am Anfang zu sein.

Manche Grenzen stehen auf Karten deutlicher, als sie in Landschaften und Erinnerungen je gewesen sind.

Eine Auswahl aus Pommern